Tätigkeitsbereiche

Unternehmensziele der RAS für die Jahre 2017 bis 2020

  • Für die Einführung des neuen Mobilfunkstandards 5G ist eine europaweite Frequenzplanung des digital terrestrischen Fernsehbandes IV/V notwendig. Die Fernsehkanäle 49 bis 60 müssen frei gemacht werden. Damit alle Fernsehprogramme terrestrisch verbreitet werden können, muss auf den neuen Übertragungsstandard DVB T2 umgestellt werden. Neue Sendegeräte müssen angekauft werden. Alle Fernsehprogramme der RAS sollen im hochauflösenden HD Standard verbreitet werden.
  • Der Ausbau des digitalen Hörfunknetzes DAB+ soll abgeschlossen werden. Ein Abschaltplan für UKW soll festgelegt werden. Ende 2017 soll mit der Abschaltung der UKW-Sendeanlagen begonnen werden.
  • Für die Programmzuspielung und den grenzüberschreitenden Programmaustausch soll das digitale Richtfunk- und Glasfasernetz weiter ausgebaut werden. Eine zusätzliche landesweite lineare und nichtlineare Verbreitung der Programme über IP Glasfasernetze wird angestrebt.
  • Im Auftrag der Landesregierung sollen weitere gemeinsame Sendestandorte für öffentliche Rundfunkdienste, Landesfunkdienste sowie für private Programmanbieter und Mobilfunkbetreiber errichtet werden. Die Mitbenutzung der Sendestandorte durch Dritte wird weiter gefördert.
  • Nicht versorgte Gebiete und Tunnels sollen mit Breitband- und Mobilfunkdiensten abgedeckt werden.
  • Neue Übertragungsstandards für den stationären, portablen und mobilen Empfang sollen erprobt werden.
  • Für Dritte sollen Dienstleistungen (wie z.B. Projektierungen, Beratungen und Carrier-Dienste) ausgeführt werden.
  • Die Kooperation mit den öffentlichen Rundfunkanstalten ORF, ZDF, SRG, ARD, RAI, mit den Sendenetzbetreibern, mit den Behörden, dem Kommunikationsministerium und den privaten Programmanbietern soll weiter fortgesetzt werden.
  • Die RAS nimmt weiter an verschiedenen Kommissionen (wie z.B. Landesbeirat für Kommunikationsinfrastrukturen, paritätische Kommission Land-RAI, Arbeitsgruppe RAS-RAI) teil und fördert Synergien mit Landesstrukturen und Rundfunkanstalten.
  • Im Interesse des Landes werden Informationsdienste weiter ausgebaut (Internet, Zivilschutzmeldungen, Datendienste, Webcams usw.).
  • Das Sendernetz und die Infrastrukturen der RAS müssen laufend gewartet und instandgesetzt werden.
  • Eine Analyse der internen Prozesse soll vorgenommen werden.
  • Der Stellenplanes der RAS wird laufend an die neuen Bedürfnisse angepasst.
  • Der Sitz der RAS wird an den neuen Standort übersiedelt

Der Rundfunk hat aufgrund seiner technologischen Veränderungen einen grundlegenden Wandel erfahren. In den letzten Jahren kam es zu einer Vervielfältigung der Vertriebsplattformen und Technologien, wie beispielsweise digitaler Rundfunk, Internetfernsehen, Video on demand und mobiler Rundfunk. Auch die Empfangsgeräte haben sich aufgrund der neuen Bedürfnisse des Nutzers wesentlich verändert.

Fernsehen und Hörfunk bleiben aber trotz der raschen Entwicklung neuer Kommunikationstechnologien die herausragenden Massenmedien, welche weite Kreise der Bevölkerung erreichen und sie informieren.

Es ist kulturelle Aufgabe der RAS, die Programme deutsch- und ladinischsprachiger öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten in Südtirol zu verbreiten. Die RAS kommt diesem Grundversorgungsauftrag durch eine beinahe flächendeckende terrestrische Versorgung mit Programmen aus dem deutsch- und ladinischsprachigen Kulturraum nach. Der derzeitige Versorgungsgrad liegt bei 99,6 %.

Damit die RAS ihrem Auftrag nachkommen kann, bedarf es einer gesicherten jährlichen Zuweisung. Nur dadurch ist eine langfristige technische Planung möglich.

Das Sendernetz der RAS besteht derzeit aus rund 1.000 Sendegeräten, die an etwa 120 Standorten betrieben werden. Das Vermögen beläuft sich auf rund 65 Mio. Euro. Diesen wertvollen Bestand gilt es durch ständige Wartung und Instandhaltung zu erhalten.

Im Bereich des digital terrestrischen Fernsehens DVB-t steigen, nicht zuletzt aufgrund der immer größer und besser werdenden Fernsehgeräte, die Anforderungen an eine bessere Bildqualität stetig an. Die RAS wird deshalb die Verbreitung weiterer hochauflösender HD-Programme, auch unter Verwendung des neuen Übertragungsstandards DVB-T2, vorantreiben.

Ebenso soll die Verbreitung des digitalen Hörfunks DAB vorangetrieben werden. Mit dem Ankauf weiterer Sendegeräte können die vorhandenen Hörfunkprogramme noch kapillarer verbreitet werden.

Die RAS hat in den letzten Jahren ein digitales Richtfunknetz für die Programmzuspielung zu den Hauptsenderstandorten und für den Programmaustausch zwischen Nord- und Südtirol errichtet. In den nächsten Jahren soll dieses kontinuierlich ausgebaut werden, um alle Hauptsenderstandorte in den verschiedenen Talschaften erreichen zu können.

Die Senderstandorte der RAS dienen außerdem der RAI und den privaten Rundfunkanbietern, den verschiedenen Mobilfunkbetreibern sowie wichtigen Funkdiensten des Staates und des Landes (wie beispielsweise Carabinieri, Polizei, Zivilschutz, Landesnotruf, Weißes Kreuz, Feuerwehr und Bergrettung). Auch die letztlich aktivierten Breitband-Internetdienste werden über die Senderstandorte der RAS gewährleistet. Auf den Senderstandorten der RAS sind derzeit über 920 Hörfunk- und Fernsehsender und über 450 Funkdienste von öffentlichem Interesse installiert.

Diese gemeinsamen Senderstandorte, welche sich vorwiegend außerhalb besiedelter Gebiete befinden, haben zudem den Vorteil, die Umwelt und die Landschaft zu schonen.

Aufgrund dieser Vorteile wird die RAS auch in den kommenden Jahren auf der Grundlage des Landesfachplanes für Kommunikationsinfrastrukturen gemeinsame Senderstandorte im Auftrag der Landesregierung errichten.

Im Telekommunikationsbereich wird die RAS im Auftrag der Landesregierung den Ausbau von Breitbandinfrastrukturen in Südtirol weiter vorantreiben. Mittels europäischer Ausschreibungen und Projekten, welche auch durch EU Fördermittel finanziert werden, sollen vor allem die peripheren Gebiete des Landes Südtirol Anschluss an den immer schneller werdenden Austausch von Informationen erhalten. Die RAS wird in den Gemeinden Südtirols die Glasfaserknotenpunkte (PoP) errichten und betreiben sowie Glasfaserstrecken für die Anbindung der öffentlichen Gebäude und wichtiger Sendestandorte ausbauen. Die RAS wird außerdem die Vereinbarungen für die Nutzung der Breitbandinfrastrukturen von Seiten Dritter abschließen und verwalten.

All diese Vorhaben erfordern eine intensive Zusammenarbeit mit den verschiedenen Abteilungen des Landes, den Behörden, den Gemeinden, den Ministerien und den verschiedenen Rundfunkanstalten im In- und Ausland.

Da diese Vorhaben aber auch die breite Bevölkerung betreffen ist eine kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit unumgänglich.

Die RAS besitzt hoch qualifiziertes Personal, das regelmäßiger Schulung bedarf. Beratungstätigkeit wird anderen Institutionen wie Landesämtern, Ministerien, Diensten von öffentlichem Interesse, Mobilfunkbetreibern und Privaten zur Verfügung gestellt. Die RAS ist Mitglied in verschiedenen Fachkommissionen, der Landeskommission für Kommunikationsinfrastrukturen und wirkt beratend in Arbeitsgruppen des Kommunikationsministeriums mit.

Die Wahrnehmung aller institutionellen und zusätzlichen Aufgaben erfordert jedoch eine laufende Anpassung des Stellenplans und des Sitzes der RAS an die neuen Bedürfnisse sowie eine entsprechende finanzielle Ausstattung der Anstalt.

Zuletzt geändert am 05 10 2017