RAS bei WorldDAB-Forum in Wien

Beim Weltkongress für Digitalradio in Wien war auch die RAS vertreten. RAS-Direktor Georg Plattner hat dabei die Situation in Italien und Südtirol beleuchtet.

In Wien hat in der vergangenen Woche der Weltkongress für Digitalradio mit rund 200 Teilnehmenden stattgefunden. Der Industrie-Initiative “WorldDAB” gehören mehr als achtzig Firmen und Sender in aller Welt an. Ihr gemeinsames Ziel ist es, den Ausbau des Digitalradios zu fördern.

Dargestellt wurden die verschiedenen Realitäten in den einzelnen Mitgliedsländern. Laut Frankfurter Allgemeine Zeitung ist Radiohören in, zumal 84 Prozent aller Europäer regelmäßig Radio hören. Nur gibt es für neue Ideen und Anbieter keinen Platz mehr im UKW-Frequenzbereich. Abhilfe bringt das extrem umweltfreundliche Digitalradio. Im Mittelpunkt aller Ausführungen von Ministern, Rundfunkanbietern und Vertretern der Industrie stand daher die Frage nach der Abschaltung des Radio-Standards UKW und dem Übergang zur Nachfolge-Technik DAB+.

“Tatsache ist, dass am digitalen Radio in Zukunft kein Rundfunkanbieter mehr vorbeikommt”, meinte kategorisch die deutsche Staatssekretärin Heike Raab. Die vielfältigen Vorteile von DAB+ wurde in verschiedenen Referaten hingewiesen: von der hervorragenden Tonqualität, der großen Senderauswahl, der einfachen Bedienung der Geräte, der Fülle von Datendienstleistungen (wie verbesserte Verkehrsinformationen) und die hohe Energie-Einsparung für Rundfunkanbieter und Radiohörer.

Dem Präsidenten von WorldDAB, Patrick Hannon, zufolge, hat sich DAB als zukünftiger Standard für Radio quer durch Europa und Australien etabliert. In Großbritannien sind demnach beispielsweise 82 Prozent aller neuen Autos mit DAB+ ausgestattet. Norwegen kündigte an, bereits im kommenden Jahr UKW abzuschalten und alle Radio-Programme nur noch im DAB+ Standard auszustrahlen, die Schweiz setzt auf eine stufenweise Abschaltung von 2020 bis 2024.

Über die DAB-Realität in Italien und in Südtirol referierte RAS-Direktor Georg Plattner. Er erinnerte daran, dass die RAS bereits seit 20 Jahren Radiosendungen im DAB-Standard in Südtirol ausstrahlt und über das eigene Sendezentrum landesweit 21 Hörfunkprogramme in DAB überträgt. Weiter übernimmt die RAS die Sendetechnik für die digitale Ausstrahlung von 13 Südtiroler Lokalsendern. Mit DAB-Technik erreicht die RAS 99,3 Prozent der Südtiroler Bevölkerung. Zudem wird die RAS im kommenden Jahr einige kleine, entlegene UKW-Sender abschalten und dort nur noch im DAB+-Standard senden. Plattner informierte auch über die Programmeinspeisung in Südtirols Tunnels für einen störungsfreien DAB-Empfang und die Möglichkeit des Zivilschutzes, im Katastrophenfall direkt von der Zivilschutzzentrale die Südtiroler Bevölkerung über Digitalradio landesweit zu warnen.

LPA

Zuletzt geändert am 22 11 2016