Digitalisierung des Fernsehens in Südtirol: Größte Fernsehumstellung erfolgreich abgeschlossen

Die größte jemals in Südtirol vorgenommene Fernsehumstellung ist in den letzten beiden Wochen erfolgreich durchgeführt worden. Die Umstellung verlief unerwartet reibungslos und nach Plan. Eine halbe Million Südtirolerinnen und Südtiroler können nun die terrestrisch verbreiteten Fernsehprogramme vollkommen digital empfangen.

Vom 28. Oktober bis 11. November 2009 sind in Südtirol sämtliche Fernsehprogramme schrittweise digitalisiert worden. Rund 200.000 Südtiroler Haushalte werden nun mit den digitalen Fernsehprogrammen der RAS und der RAI versorgt.

Trotz des Wintereinbruchs in der zweiten Woche, konnte der vom Ministerium für Wirtschaftsentwicklung festgelegte Zeitplan eingehalten werden.

Eine solch umfangreiche Umstellung hat es in Südtirol noch nie gegeben.

Die 17 Techniker der RAS haben an den 116 Senderstandorten mehr als 230 analoge Sendegeräte abgebaut und unter hohem Zeitdruck und größtem Einsatz rund 230 digitale Sendegeräte in Betrieb genommen.

Bei dieser Fernsehdigitalisierung wurde nicht nur von analog auf digital umgestellt, sondern es wurden auch alle Fernsehkanäle vom Ministerium für Wirtschaftsentwicklung neu an die Betreiber zugewiesen. Somit musste jeder Fernsehbetreiber die alten analogen Kanäle abschalten und auf den neu zugewiesenen einschalten.

Gleichzeitig wurde das italienische VHF Fernsehband an die europäische Norm angepasst. Bisher wurde auf diesem Fernsehband vor allem das Fernsehprogramm RAI 1 übertragen. Diese Anpassung hat vor allem auch zusätzliche Schwierigkeiten beim Empfang des RAI Sender Bozen verursacht. Es mussten von den Teilnehmern des öfteren nicht nur die fehlende VHF Antenne montiert werden sondern auch die Ländereinstellung am digitalen Empfänger von „Italien“ auf ein anderes Land wie „Deutschland“ oder „Österreich“ gewechselt werden.

Im eingerichteten Call Center der RAS haben acht Bedienstete in den letzten Tagen rund um die Uhr über 1.800 Anfragen beantwortet. Anhand 1.400 Anrufe und rund 400 Email wurde versucht, die aufgetretenen Probleme der Südtiroler Bevölkerung zu lösen. Bei einem Großteil der mitgeteilten Probleme konnte vom Personal der RAS weitergeholfen werden.

Die meisten Probleme hatten die Südtirolerinnen und Südtiroler mit dem Empfang der Hauptprogramme der RAI: RAI 1, 2, 3 und RAI Sender Bozen (rund 30 Prozent der Anfragen). Größere Probleme gab es auch mit dem Sendersuchlauf welcher nicht durchgeführt werden konnte oder zu früh gestartet wurde (rund 29 Prozent der Anfragen). Rund 19 Prozent der Anrufer hatte allgemeine Empfangsprobleme aufgrund der defekten Antenne, fehlender Signalverstärker oder einer zu geringen Empfangsfeldstärke. Die restlichen Anfragen bezogen sich vorwiegend auf die Beendigung der Ausstrahlung des RAI Sender Bozen durch die RAS (4%), Probleme mit dem Empfang der RAS Programme und der Wiedergabe der Töne der beiden ORF Programme (4%), die weitere Verwendung des Videorecorders (2%) und der fehlende Empfang der Privaten außerhalb der Hauptorte (2%).

Für die Beantwortung der zahlreichen Anfragen ist das Personal eigens geschult, der Fachhandel und die Kommunikationstechniker detailliert informiert und direkt bei den Herstellern der Fernsehgeräte und Empfangsgeräten nachgefragt worden.

Dank dieser Nachforschungen konnten Software- und Hardwarefehler der Empfangsgeräte aufgedeckt und Lösungen den Sehern zu Hause weitergeleitet werden.

Ein große Hilfe für den reibungslosen Umstieg waren aber auch die professionelle Unterstützung der Kommunikationstechniker im ganzen Land und die generationenübergreifende Hilfe zahlreicher Berufs- und Gewerbeoberschüler.

Der Präsident der RAS Rudi Gamper bedankt sich bei diesen für die geleistete Beihilfe und bei der Südtiroler Bevölkerung für die aktive Teilnahme bei dieser Umstellung, das entgegengebrachte Verständnis und die vielen positiven Rückmeldungen.
gp

Zuletzt geändert am 27 07 2015