Ras Rundfunk - Anstalt Südtirol
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Tätigkeitsbereiche

Unternehmensziele der RAS für die Jahre 2009 bis 2013:

  • Vollständige Digitalisierung des terrestrischen Fernsehnetzes und Umstellung der bestehenden digitalen Fernsehsendenetze in Gleichwellennetze (SFN).
    Übertragung zusätzlicher Programme in den drei Landessprachen sowie anderssprachiger Programme im Auftrag der Südtiroler Landesregierung.
    Verbreitung hochauflösender Fernsehprogramme (HDTV) unter Einsatz des neuen Übertragungsstandards MPEG4
  • Ausbau des digitalen Hörfunknetzes DAB auch unter Einsatz neuer Übertragungsstandards (DAB+, DMB, EPG)
  • Erweiterung und Ausbau der digitalen Richtfunkverbindungen für die Programmzuspielung und den Programmaustausch
  • Verbreitung von Rundfunkprogrammen sowie Funk- und Datendiensten für Dritte (Carrier-Dienste) und Anpassung der dafür notwendigen rechtlichen Grundlagen und Verwaltungsabläufe
  • Ausbau und Förderung von Breitband- und Mobilfunkinfrastrukturen im Auftrag der Südtiroler Landesregierung und auch im Rahmen von europäischen Förderprogrammen.
    Erprobung und Einsatz neuer Übertragungsstandards im stationären, portablen und mobilen Bereich (Wimax)
  • Errichtung von gemeinsamen Infrastrukturen für öffentliche Rundfunkdienste, Landesfunkdienste sowie für private Programmanbieter und Mobilfunkbetreiber im Auftrag der Südtiroler Landesregierung
  • Fortsetzung und Ausbau der Kooperation mit den öffentlichen Rundfunkanstalten ORF, ZDF, SRG, ARD, RAI und mit den Behörden, dem Ministerium für Wirtschaftsentwicklung und den privaten Programmanbietern sowie Verstärkung der Öffentlichkeitsarbeit
  • Verbreitung von Informationsdiensten im Interesse des Landes (Datendienste, Webcam usw.)
  • Wartung und Instandhaltung des Sendernetzes und der Infrastrukturen der RAS
  • Anpassung des Stellenplanes der RAS an die neuen zusätzlichen Bedürfnisse
  • Ankauf eines geeigneten Betriebsgebäudes durch die Südtiroler Landesregierung

Der Rundfunk hat aufgrund technologischer Veränderungen einen grundlegenden Wandel erfahren. In den letzten Jahren kam es zu einer Vermehrung der Übertragungsarten, wie beispielsweise digitaler Rundfunk, Internetfernsehen, Video auf Abruf oder mobiler Rundfunk. Auch die Empfangsgeräte haben sich aufgrund der neuen Bedürfnisse der Nutzer wesentlich verändert.

Fernsehen und Hörfunk bleiben aber trotz der raschen Entwicklung neuer Kommunikationstechnologien jene Massenmedien, welche nach wie vor den Großteil der Bevölkerung erreichen und informieren.

Es ist die kulturelle Aufgabe der RAS, im Auftrag der Südtiroler Landesregierung die Programme deutsch- und ladinischsprachiger Rundfunkanstalten aus dem benachbarten Ausland in Südtirol zu verbreiten. Die RAS kommt diesem Grundversorgungsauftrag durch eine beinahe flächendeckende terrestrische Versorgung mit Programmen aus dem deutsch- und ladinischsprachigen Kulturraum nach.

Das Sendernetz der RAS besteht derzeit aus rund 940 Sendegeräten, die an etwa 120 Standorten (davon 65 im Besitz der RAS) betrieben werden. Das Vermögen beläuft sich auf rund 51 Mio. Euro. Diesen Bestand gilt es, durch ständige Wartung und Instandhaltung zu bewahren.

Der derzeitige Versorgungsgrad mit 99,6 Prozent kann als flächendeckend bezeichnet werden. Nun können auch kleine Randgebiete, welche mit analoger Technik nicht versorgt werden konnten, dank neuer Übertragungstechnologien abgedeckt werden. Die Digitaltechnik hat neben dem störungsfreien Empfang den weiteren Vorteil, dass bei einer höheren Anzahl der Programme die Verbreitungskosten gesenkt werden können.

Die Senderstandorte der RAS werden außerdem von wichtigen Funkdiensten des Staates und des Landes wie beispielsweise den Carabinieri, der Polizei, dem Zivilschutz, dem Landesnotruf, dem Weißen Kreuz, der Feuerwehr und der Bergrettung genutzt. Ebenso werden die RAS-Standorte verschiedenen Mobilfunkbetreibern, den privaten Rundfunkanbietern und vor allem der RAI zur Verfügung gestellt. Auch die letzthin aktivierten Breitband-Internetdienste werden u.a. über die Senderstandorte der RAS gewährleistet. Auf den Senderstandorten der RAS sind derzeit mehr als 850 Hörfunk- und Fernsehsender und mehr als 300 Funkdienste von öffentlichem Interesse installiert.

Diese gemeinsamen Senderstandorte befinden sich alle außerhalb besiedelter Gebiete. Deshalb belasten sie die Umwelt und das Landschaftsbild relativ gering.

Aufgrund dieser Vorteile wird die RAS auch in den kommenden Jahren auf der Grundlage des Landesfachplanes für Kommunikationsinfrastrukturen gemeinsame Senderstandorte im Auftrag der Südtiroler Landesregierung errichten.

Die staatlichen Richtlinien sehen den vollständigen Umstieg auf die digitale Fernsehtechnik (terrestrial Digital Video Broadcasting, DVB-t) auf nationaler Ebene innerhalb des Jahres 2012 vor. In der Region Trentino-Südtirol soll der vollständige Umstieg jedoch bereits innerhalb des zweiten Halbjahres 2009 erfolgen. Der vom Ministerium für Wirtschaftsentwicklung festgelegte Termin ist der 26.10.2009.

Eine große Herausforderung bei diesem vollständigen Umstieg auf die digitale Fernsehtechnik ist die Errichtung von Gleichwellennetzen, bei denen südtirolweit alle Sendegeräte eines Fernsehnetzes auf derselben Frequenz betrieben werden (Single Frequency Network SFN).

Mit diesem Umstieg könnten auch neue zusätzliche Programme übertragen werden. Neben Programmen in den drei Landessprachen können auch anderssprachige Programme angeboten werden. Die Entscheidung der Programmwahl obliegt der Südtiroler Landesregierung.

Das Programmangebot könnte auch mittels Einsatzes neuer Übertragungs­technologien erhöht bzw. die Programmqualität weiter verbessert werden.

Die Verbreitung hochauflösender Fernsehprogramme (High Definition Television HDTV) unter Einsatz des neuen Komprimierungsverfahrens MPEG4 wird von der RAS in Südtirol mit Nachdruck verwirklicht werden.

Die RAS hat in den letzten Jahren ein neues digitales Richtfunknetz für die Programmzuspielung vom Sitz der RAS in Bozen zu den Hauptsenderstandorten in Südtirol und für den Programmaustausch zwischen Nord- und Südtirol errichtet. In den nächsten Jahren soll dieses Netz kontinuierlich ausgebaut werden und alle Hauptsenderstandorte in den verschiedenen Talschaften erreichen.

Ebenso soll die Verbreitung des digitalen Hörfunks (Digital Audio Broadcasting DAB) vorangetrieben werden. Mit dem Ankauf weiterer Sendegeräte können die vorhandenen Hörfunkprogramme noch kapillarer verbreitet werden. Der Einsatz neuer Übertragungsstandards (DAB+, DMB) wird die Qualität und die Anzahl der übertragenen Hörfunkprogramme noch erhöhen.

Die RAS erhält immer mehr Anfragen zur Verbreitung von Rundfunkprogrammen sowie Funk- und Datendiensten für Dritte (Carrier-Dienste, Netzwerkbetreiber). Dafür wäre eine Anpassung der rechtlichen Grundlagen erforderlich, Verwaltungsabläufe müssten neu definiert sowie personelle und finanzielle Ressourcen bereitgestellt werden.

Im Telekommunikationsbereich wird die RAS im Auftrag der Südtiroler Landesregierung den Ausbau von Breitbandinfrastrukturen in Südtirol weiter vorantreiben. Mittels europäischer Ausschreibungen und Projekte, welche auch durch EU Fördermittel finanziert werden, sollen vor allem die peripheren Gebiete des Landes Südtirol mit schnellen Internetanschlüssen und Mobilfunk versorgt werden.

All diese Vorhaben erfordern eine intensive Zusammenarbeit mit den verschiedenen Abteilungen des Landes, den Behörden, den Gemeinden, den Ministerien und den verschiedenen Rundfunkanstalten im In- und Ausland. Da diese Vorhaben aber auch weite Bevölkerungskreise betreffen ist eine Verstärkung der Öffentlichkeitsarbeit notwendig.

Damit die RAS ihrem Grundversorgungsauftrag nachkommen kann, bedarf es einer gesicherten jährlichen finanziellen Zuweisung. Denn gerade der technische Bereich erfordert mehr als andere Bereiche eine langfristige Planung.

Die RAS wird derzeit von den drei Landesressorts Kultur, Raumordnung und Öffentliche Arbeiten finanziert. Eine Koordinierung dieser Zuweisungen ist erforderlich, um die Effizienz und Transparenz zu garantieren.

Aufgrund ihrer fachlichen Kompetenz berät die RAS verschiedene Institutionen wie Landesämter, Ministerien, Dienste von öffentlichem Interesse, Mobilfunkbetreiber und private Betreiber. Die RAS ist weiters Mitglied der Landeskommission für Kommunikationsinfrastrukturen und wirkt beratend in Arbeitsgruppen des Ministeriums für Wirtschaftsentwicklung mit. Die Wahrnehmung solch wichtiger Aufgaben erfordert regelmäßige Schulung des qualifizierten Personals der RAS, eine Anpassung des Stellenplans an die neuen Bedürfnisse sowie eine entsprechende finanzielle Ausstattung der Rundfunkanstalt Südtirol.