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Die Technik des DAB

Um einen störungsfreien Empfang in CD-Qualität gewährleisten zu können wird bei DAB die Modulationsart COFDM (Coded Orthogonal Frequency Division Multiplex) verwendet. Dabei werden die Informationen von z.B. sieben Hörfunkprogrammen und die verschiedenen Zusatzdaten auf 1536 einzelne Trägerfrequenzen aufgeteilt. Durch einen Trägerabstand von 1 kHz ergibt dies eine Bandbreite von 1,536 MHz. Dieses Methode erhöht die Immunität gegen Störungen erheblich, da im Störungsfall nur ein Teil der Information verloren geht. Beim herkömmlichen UKW-Rundfunk wird die gesamte Information auf eine einzige Trägerfrequenz aufmoduliert (Frequenzmodulation +/- 75 kHz). Tritt eine Störung auf, so wird bei UKW das gesamte Programm gestört (Bild 1a). Bei DAB hingegen werden die einzelnen Programminformationen und Daten nicht der Reihe nach auf die 1536 Träger aufmoduliert, sondern pseudozufällig verschachtelt auf alle Frequenzen verteilt (Frequency- and Time-Interleaving). Tritt eine Störung auf (Bild 1b) so wird nicht die Information eines einzelnen Programmes vernichtet sondern es werden mittels spezieller Fehlerkorrekturverfahren die verlorengegangenen Informationen korrigiert und wiedergewonnen. Der Grad des Fehlerschutzes kann sendeseitig über einen programmierbaren Fehlerkorrekturfaktor (Protection Level) eingestellt werden.
Da bei DAB zusätzlich für jede einzelne Trägerinformation eine gewisse zeitliche Toleranz (Schutzintervall) vorhanden ist, wird es möglich auch Signalreflexionen als Nutzsignal auszuwerten. Reflexionen an Gebäuden und Bergen werden deshalb ausgenutzt und vergrößern so Nutzsignal und versorgtes Gebiet. Diese Eigenschaft ermöglicht es auch, in DAB Gleichwellennetze (SFN Single Frequency Network) aufzubauen. Dadurch kann der Hörer im gesamten Sendegebiet sein bevorzugtes Programm immer auf derselben Frequenz empfangen.

UKW-Störung

(Bild 1) UKW-Störung
DAB-Störung

DAB-Störung

 

Signalaufbereitung:

Die analogen Audiosignale aus dem Studio werden zunächst in ein digitales Signal umgewandelt. Dies hat bei einer Stereoübertragung in CD-Qualität einen Datenfluss von 1,536 MBit/s bei einer Abtastrate von 48 kHz und einer Auflösung von 16 Bit zur Folge. Da dieser Datenstrom eine zu große Bandbreite benötigen würde, wird das Signal komprimiert. Dies ermöglicht das als MUSICAM bezeichnete Verfahren. Es macht sich die Eigenschaft des menschlichen Gehörs zu Nutze, welches Töne unter einer bestimmten, frequenzabhängigen Schwelle und leise Töne in unmittelbarer Nähe von lauten Tönen benachbarter Frequenzen nicht mehr wahrnimmt (Bild 2). Werden die überflüssigen Daten weggelassen, braucht man für dieselbe Audio-Qualität nur rund 1/10 der benötigten Datenrate und kommt somit mit 112 - 192 kBit/s aus. Es wird der gesamte Audiobereich von 0 bis 20,25 kHz übertragen, während bei UKW der Bereich von 30 Hz bis 15 kHz übertragen wird. Dieses Verfahren wird ebenfalls bei ADR (Astra Digital Radio) und bei DVB-T (Digital Video Broadcasting) angewendet.

Datenreduktion

(Bild 2)

Seit kurzem wurde ein neues Komprimierungsverfahren eingeführt, um noch mehr Programme über einen DAB-Block abstrahlen zu können. Dieses Verfahren nennt sich MPEG 4 / AAC und wird seit Oktober 2008 auch von uns für das Programm Deutschlandradio Kultur angewendet. Für den Empfang dieses Programms benötigt man ein Empfangsgerät der letzten Generation, ein sogenanntes DAB+ Gerät.

Als Bindeglied zwischen der MUSICAM-Einheit und dem COFDM-Coder befindet sich der Multiplexer. Dieser vereint die Audioprogramme mit den Datendiensten zu einer Einheit - dem Ensemble. Dabei können die Daten nach Belieben eingeteilt werden. So können beispielsweise an Stelle von 7 Stereo-Programmen, 14 Mono-Programme gesendet werden, es könnten aber auch 42 Sprachkanäle übertragen werden. Wird die Anzahl der gesendeten Begleitdaten erhöht, wirkt sich das ebenfalls auf die Audioqualität aus. Neben diesen Hörfunkprogrammen werden programmunabhängige Daten und programmbegleitende Daten gesendet (Datenraten/Multiplexer).

Um eine genaue Synchronisation zwischen den einzelnen Sendern zu erreichen, werden der Modulator, der Multiplexer und die Laufzeiteinstellung des DAB-Senders an eine Referenzfrequenz, die über GPS empfangen wird, angebunden. Der DAB-Mode 1 (verwendet im Frequenzband III auf den Blöcken 12A, 12D und 13A) erlaubt einen maximalen Laufzeitunterschied von 250 µs und verlangt eine Frequenzgenauigkeit von 10 Hz.

Nach dem Modulator wird das Signal von der 38,9 MHz-Zwischenfrequenz in die Hochfrequenzebene gebracht (z. B. im Band III, Block A auf 223,936 MHz) und dort verstärkt. Der Endverstärker erlaubt eine Verstärkung auf 50 bis 2000 W.

Blockschaltbild eines DAB-Senders

Blockschaltbild eines DAB-Senders

Um Interferenzen mit benachbarten Fernsehsendern zu verhindern, kommt ein steilflankiges HF-Ausgangsfilter zum Einsatz, welches das Signal bei +/- 0,97 MHz Abstand von der Mittenfrequenz um 71 dB dämpft.

Genauere Informationen zu den Senderstandorten

Übersicht der Anlagen mit Angaben der Koordinaten, Höhe ü.d.M., Programm, Polarisation, Höhe der Sendeantenne am Masten und effektiver Strahlungsleistung.

Anlage Länge Breite Höhe Programm Kanal Pol H ERP
Kronplatz 11E 57 33 46N 44 22 2273 RAI-RAS
RAS DAB 12D
12 A
12 D
V 27 1 kW
Freienfeld 11E 25 38 46N 52 31 1340 RAI-RAS
RAS DAB 12D
12 A
12 D
V 42 0,5 kW
Plose 11E 42 27 46N 40 57 2023 RAI-RAS
RAS DAB 12D
12 A
12 D
V 22 1 kW
St. Konstantin 11E 30 47 46N 32 19 917 RAI-RAS
RAS DAB 12D
12 A
12 D
V 16 1 kW
Penegal 11E 13 04 46N 26 31 1740 RAI-RAS
RAS DAB 12D
12 A
12 D
V 45 2 kW
Vinschgau 11E 05 53 46N 38 12 1837 RAI-RAS 12 A V 60 1 kW
Obervinschgau 10E 33 03 46N 36 56 1962 RAI-RAS
RAS DAB 12D
12 A
12 D
V 56 1 kW
Mut 11E 07 56 46N 41 59 1264 RAI-RAS
RAS DAB 12D
12 A
12 D
V 32 1 kW
Grödnerjoch 11E 48 00 46N 33 11 2280 RAI-RAS
RAS DAB 12D
12 A
12 D
V 16 0,3 kW
Lajen 11E 30 34 46N 36 12 1142 RAI-RAS
RAS DAB 12D
12 A
12 D
V 58 0,13 kW
St. Leonhard 11E 15 06 46N 49 19 1286 RAI-RAS
RAS DAB 12D
12 A
12 D
V 31 0,4kW

 
Datenraten/Multiplexer

Das obere Bild zeigt die Signalaufbereitung für einen DAB-Multiplex. Die untere Tabelle zeigt die Konfiguration der derzeit gesendeten Ensemble (Programmname, Datenrate, Protection Level, Capacity Units)

Block 12A: NA-Mode RAI-RAS   512A        
Label Short label Subchid Servid Kbit/s Prot. Lev. In CU
RADIOUNO RADIOUNO 3 5201 160 4 ETI 104
RADIODUE RADIODUE 4 5202 160 4 ETI 104
RADIOTRE RADIOTRE 5 5203 192 4 ETI 116
SENDER-BOZEN RAI S-BZ RAI 6 5404 160 4 ETI 104
RAS BAYERN 3 RAS BAY3 10 D313 160 4 X21 104
RAS BAYERN 4 RAS BAY4 11 D314 192 4 ETI 116
RAS BAYERN 5 RAS BAY5 12 D315 128 5 ETI 64
RAS RADIJOJO! RAS JOJO 13 D333 160 4 X21 104
RAS DKULTUR DAB+ DKULTUR+ 7 D220 96 4-A IP 48
TOTAL             864

Block 12D: NA-Mode RAI-RAS 12D   512D        
Label Short label Subchid Servid Kbit/s Prot. Lev. In CU
RAS OE 1 RAS OE1 1 A201 160 3 X21 116
RAS OE 2 Tirol RAS OE2 2 AA02 160 3 X21 116
RAS OE 3 RAS OE3 3 A203 160 4 X21 104
RAS FM 4 RAS FM4 4 A213 160 4 X21 104
RAS BAYERN 1 RAS BAY1 5 D311 160 4 X21 104
RAS BAYERN 2 RAS BAY2 7 D312 160 4 X21 104
RAS R. RUMANTSCH RAS RR 6 43A1 160 4 X21 104
RAS CH-JAZZ CH-JAZZ 8 42F3 160 4 X21 104
TOTAL             856